Foto:KMZ Ue  

"Wer sich der Geschichte nicht erinnert, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen!"

George Santayana

St. Marien im April 1945

Willkommen

Wir begrüßen Sie auf der homepage der Geschichtswerkstatt Uelzen e.V. und möchten Sie mit unserer Arbeit vertraut machen. Über Rückmeldungen, Hinweise und ergänzende Mitteilungen würden wir uns freuen. weiter lesen


Aktuelles

 

Einladung zum 27. Januar 2016

Die Geschichtswerkstatt Uelzen e.V. lädt anlässlich des Holocaust-Gedenktages am 27. Januar zu einem Vortrag im Rathaussaal Uelzen ein, den Herr Prof. Dr. jur. Christoph U. Schmink-Gustavus halten wird:

Shoah in Griechenland 1943-1944

Herr Schmink-Gustavos wird an diesem Abend von dem Schicksal griechischer Juden erzählen, die während des 2.Weltkrieges in dem von Italien besetzten Teil Griechenlands lebten. Diese waren bis zum Zusammenbruch des faschistischen Regimes im Juli 1943 von der Ermordung verschont geblieben. Nach der Kapitulation Italiens vor den Alliierten im September 1943 besetzten deutsche Truppen umgehend diesen Teil Griechenlands, die dort lebenden Juden wurden inhaftiert und anschließend in die Vernichtungslager im besetzten Polen transportiert, wo die meisten von ihnen ermordet wurden.

Christoph Schmink-Gustavus hat einige der wenigen Überlebenden aufgesucht, sie befragt, Quellen studiert und dies zur Grundlage seines Buches "Winter in Griechenland" gemacht, in dem er an die Auslöschung der griechischen Juden durch die deutsche Besatzung erinnert. In seinen Vortrag am 27. Januar 2016 fließen neben Schriftquellen auch Bild- und Tondokumente mit ein.

Die Veranstaltung beginnt um 19.00, vorher findet am Denkmal zur Erinnerung an die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft um 18.30 ein Gedenken an Uelzener Bürger jüdischen Glaubens statt, die in der Stadt zwischen 1933-1942 lebten.

 

Erinnerung an das Außenlager Uelzen-KZ Neuengamme
Enthüllung einer Gedenktafel im Hundertwasser Umweltbahnhof Uelzen am 18. April 2015

 

Am 18.4.2015 - 70 Jahre nach der Befreiung der Stadt Uelzen vom Naziterror- wurde auf Initiative der Geschichtswerkstatt Uelzen e.V. im Hundertwasser Umweltbahnhof Uelzen im Rahmen einer Feierstunde eine Gedenktafel enthüllt, auf der an die ca.500 Männer erinnert wird, die vor gut 70 Jahren in dem Außenlager Uelzen/KZ Neuengamme inhaftiert waren.

In der zweiten Hälfte des Monats März 1945 erreichten die meisten Häftlinge von Neuengamme aus per Eisenbahntransport Uelzen. Sie  mussten  unter menschenunwürdigen Bedingungen schwerste körperliche Arbeit auf dem Güterbahnhof Uelzen verrichten, der am 22.2.1945 von amerikanischen Bombern zerstört worden war.
Unterkunft und Verpflegung erfolgte auf dem Gelände der Zuckerfabrik, wo die Menschen in einem Lagerhaus untergebracht waren und aus der Werkkantine notdürftig mit Nahrung versorgt wurden.
Am 18.4.1945 wurde Uelzen von britischen Truppen befreit, Stunden vor ihrer Befreiung, im Verlauf des 17.4.1945, wurden die Häftlinge des Außenlagers von Uelzener Volkssturmmännern gezwungen, per Eisenbahn die Rückreise in das Stammlager Neuengamme anzutreten. Viele von ihnen verloren ihr Leben, als sie später von Lübeck aus  mit der „Cap Arcona“ und zwei weiteren Frachtern in die Lübecker Bucht verbracht wurden, die dort versehentlich von englischen Jagdbombern in Brand geschossen wurden.
Fast 7000 Menschen wurden bei diesem Angriff auf die „Cap Arcona“ und  „Thielbeck“ getötet. Nur wenige von ihnen überlebten dieses Inferno, einer von ihnen war der Holländer  Lambertus Hendrikus Intres.

Die Geschichtswerkstatt Uelzen e.V. hatte zu dieser Feierstunde daher auch Gäste aus den Niederlanden geladen, so die Tochter des Niederländers Intres wie auch den Sohn eines bei der Schiffskatastrophe getöteten Holländers, Herrn  Dolfing. Begleitet wurden beide von ihren Ehepartnern.
Nachdem die Vorsitzende der Geschichtswerkstatt, Frau Dr. Christine Boettcher die Gäste begrüßt hatte, unter ihnen auch einen Vertreter des russischen Generalkonsulats aus Hamburg, ergriff Bürgermeister Markwardt das Wort. Er dankte der Geschichtswerkstatt ausdrücklich für das große  Engagement und wertete die Gedenktafel als ein Zeichen, sich der Vergangenheit zu stellen und für die Gegenwart die nötigen Konsequenzen zu ziehen.
Dr. Detlef Garbe, Leiter der KZ-Gedenkstätte Neuengamme, dankte im Namen der Gedenkstätte Neuengamme der Geschichtswerkstatt Uelzen e.V., der Stadt Uelzen, der Deutschen Bahn wie auch der MdB Frau Kirstin Lühmann für das Engagement bzw. für die Unterstützung des Projektes.

Dietrich Banse, Leiter des Projektes „Gedenktafel“,  setzte sich in seiner kurzen Rede mit dem Begriff „Befreiung“ im Zusammenhang mit der Besetzung Uelzens durch britische Truppen am 18.4.1945 auseinander. Er stellte fest, dass die Uelzener an diesem Tag vom Naziterror befreit wurden, während die ehemaligen KZ- Häftlinge während ihres gesamten Lebens weiter leiden mussten.
Auf die Folgen dieser Haft für den Betroffenen wie auch für die Angehörigen wies die Tochter des ehemaligen Häftlings Lambertus H. Intres, Frau Broer-Intres, eindrucksvoll hin.

 



Vor dem Krieg sei ihr Vater ein lebensfroher, tatkräftiger Mensch gewesen, so Frau Broer-Intres, der sein Leben  im Griff gehabt habe. Nach dem Krieg sei er als ein anderer Mensch wieder in Holland angekommen, der nicht mehr in der Lage war, ein eigenständiges Leben zu führen: „Im Lager wurde meinem Vater die Zukunft herausgeschlagen“.

 
Danach wurde die Gedenktafel vor den anwesenden Gästen gemeinsam von Klas Tilly, der die Tafel konzipierte, dem Bahnhofsmanager  Marcus Schlott, Bürgermeister Markwardt und Dietrich Banse in der Halle des Hundertwasser Umweltbahnhofs Uelzen enthüllt.

 

 

Der Tafeltext lautet wie folgt:

 

Der Güterbahnhof Uelzen wurde
durch einen alliierten Bombenangriff
am 22. Februar 1945 zerstört.
Mehr als  500 Häftlinge des
Außenlagers Uelzen - KZ Neuengamme
wurden zwischen März und April 1945
zu  Aufräumarbeiten gezwungen.
Am 18. April 1945 befreiten
britische Truppen Uelzen.
Kurz vorher wurden die Häftlinge nach Neuengamme zurücktransportiert.
Die meisten von ihnen überlebten das Kriegsende nicht

 

Literaturhinweis:

 

Dietrich Banse
Das Außenlager des Konzentrationslagers Neuengamme
Uelzen 2015

 

 

Erzählcafé zum Ende des Zweiten Weltkrieges vor 70 Jahren: Kriegskinder

 

2015 jährt sich das Ende des Zweiten Weltkrieges zum 70-ten Mal, und dieses Ereignis ist Anlass genug, an das Ende der Herrschaft des Nationalsozialismus und das dadurch verursachte Leid zu erinnern. Für viele Menschen bedeutete das Kriegsende aber zunächst nicht Frieden und Freiheit, sondern sie mussten in Nachkriegsdeutschland mit den Folgen des Krieges zurechtkommen - der Zerstörung der Städte, der Not, dem Hunger, der Flucht und Vertreibung. Nach 70 Jahren gibt es nicht mehr viele Menschen, die den Krieg im Erwachsenenalter miterlebt haben, aber es gibt noch viele der damaligen Kinder, die als Kinder immer zu den Opfern des Krieges gehörten. Viele waren während des Krieges dem Leid und der Gewalt ausgesetzt. Nach dem Krieg wuchsen sie in einem vom Krieg geprägten Land auf. Viele Eltern dieser Kinder waren nicht in der Lage, ihre eigenen Erfahrungen zu verarbeiten. Die Nachkriegsjahre waren zudem mehr auf den „Wiederaufbau“ konzentriert und schufen eher ein Klima der Verdrängung, als sich aktiv der Vergangenheit zu stellen. Die Journalistin Sabine Bode berichtet in ihrem Buch „Die vergessene Generation“, wie es heute den deutschen „Kriegskindern“ geht. Sie hat herausgefunden, dass diese unauffällige Generation, geboren zwischen 1930 und 1945, sich schwertut, über den Krieg zu sprechen, den sie damals als „normalen Zustand“ empfunden hat. Sie wurde erzogen, ihn zu akzeptieren, ihn nicht in Frage zu stellen. Die Geschichtswerkstatt Uelzen lädt anlässlich des Kriegsendes in Uelzen zu einem Erzählcafé am 12. Juni 2015 um 15.00 Uhr in die Woltersburger Mühle ein. Hier sollen „Kriegskinder“ zu Wort kommen. Sie schildern ihre Eindrücke von Kriegs- und Nachkriegszeit. Welche Erinnerungen haben sie und wie wurden sie von ihnen geprägt? Damals waren sie Kinder und Jugendliche; heute gehören sie zunehmend zur letzten Zeugengeneration, die in direkter Weise über die eigenen Erlebnisse und Gefühle berichten kann.

 

 

18. April 1945: Gedenken an das Kriegsende in Uelzen

 

Am 18. April 2015 – 70 Jahre nach der Befreiung der Stadt Uelzen vom Naziterror – wird die Geschichtswerkstatt Uelzen eV im Hundertwasser Umweltbahnhof Uelzen im Rahmen einer Feierstunde ab 11.00 Uhr eine Gedenktafel enthüllen. Die vom hiesigen Künstler Klas Tilly geschaffene Gedenktafel erinnert an ungefähr 500 Häftlinge des Außenlagers Uelzen des KZ Neuengamme, die im März und April 1945 auf dem Güterbahnhof Uelzen unter menschenunwürdigen Bedingungen arbeiten mussten. Am 18. April 1945 befreiten britische Truppen Uelzen. Kurz vorher wurden die Häftlinge nach Neuengamme zurücktransportiert. Die meisten von ihnen überlebten das Kriegsende nicht. An der Gedenkveranstaltung, die um 11.00 Uhr im Bahnhof Uelzen beginnt, wird auch Olga Broers-Intres aus Den Haag/Niederlande teilnehmen und über die Erfahrungen ihres Vaters im KZ und bei den Aufräumarbeiten in Uelzen berichten. Ferner wurde für die Veranstaltung von Dietrich Banse seine 1990 erstmals erschienene Dokumentation zur Geschichte des Außenlagers Uelzen/KZ Neuengamme überarbeitet und neu aufgelegt.

 

 

Frauenbuch-Vorstellung im Central-Theater

 

Am Vortag des Internationalen Frauentages wurde am 7. März 2015 vor
einem interessierten Publikum im vollbesetzten Foyer des Central-Theaters in Uelzen das Buch „Frauen, die Uelzen beweg(t)en“  vorgestellt.

 

Qiuz

Dorothee Ebeling und Renate Meyer-Wandtke moderieren das "Frauen-Quiz"

 


Christine Böttcher, die Vorsitzende der Geschichtswerkstatt  Uelzen e.V., erörterte in ihrem Eröffnungsreferat noch einmal die Beweggründe, ein solches Buch zu schreiben, und den Werdegang bis zur Drucklegung.
Sie stellte dann die Autoren vor und dankte den Sponsorinnen und Sponsoren, die sich finanziell an dem „Werk“ beteiligt hatten. Ein weiterer Dank ging auch an Renate Böhm, die ihr Kinofoyer für die Veranstaltung zur Verfügung gestellt hatte, und an Marlies Schulz, die die Gäste großzügig mit „Schnittchen“ versorgte.

 

Ihre sehr beeindruckenden „Anmerkungen zum Buch“ leitete Philine Haase, ehemalige Direktorin der Justizvollzugsanstalt Uelzen und Mitglied von Soroptimist International, mit einem Gedenkspruch aus dem „Garten der Frauen“ auf dem Ohlsdorfer Friedhof ein:„Im Gegensatz zum Umgang mit bedeutenden männlichen Persönlichkeiten, deren Dienste gewürdigt werden und deren Andenken bewahrt wird, geraten weibliche Persönlichkeiten schnell in Vergessenheit.“

 

Anmerkung

Anmerkungen zum Frauenbuch von Philine Haase

 


Sie führte dann weiter aus, dass zumindest für die 22 im Buch porträtierten Frauen diese Feststellung nicht mehr gelte.
„In ‚Frauen, die Uelzen beweg(t)en‘ sind erstmals ‚hiesige‘, ganz alltägliche Frauen beschrieben, denen ‚Großes‘ nicht ‚in die Wiege‘ gelegt worden ist, sondern die ‚Großes‘ geleistet haben – oft bedingt durch einschneidende Lebensumbrüche oder dramatische Veränderung der Lebensverhältnisse – wie den Tod des Ehemannes, Flucht, Vertreibung, Verfolgung. Oder Frauen, die sich mit den traditionellen Fesseln und Beschränkungen nicht abfinden, sondern aktiv die Lebensbedingungen in ihrem Umfeld mit gestalten wollten. Frauen, die ihre besonderen Fähigkeiten und Leidenschaften für eine Verbesserung und Änderung ihres unmittelbaren Lebensumfelds unermüdlich und beharrlich eingesetzt haben – sei es für Politik, Kunst, Kultur, Frauensport und für die Belange und Nöte anderer. Frauen, die sich von den sie ‚in die Schranken weisen‘ wollenden Männern nicht einschüchtern ließen und damit Erfolg hatten.“

 

Im nachfolgenden Quiz forderten Dorothee Ebeling und Renate Meyer-Wandtke die Gäste auf, im Buch porträtierte Frauen anhand von persönlichen Daten und Charakteristika zu erraten. Und den passenden musikalischen Rahmen dieser „Premierenfeier“ boten „Flutes & Drums“ aus Veerßen.

 

Das Buch kostet € 14,80 und ist erhältlich bei der Buchhandlung Decius, bei der Tourist-Info im Rathaus und bei der Geschichtswerkstatt Uelzen eV.

 

 

Frauen, die Uelzen beweg(t)en“

Ein Buch über Frauen aus Stadt und Kreis Uelzen

 

Seit Herbst 2012 trafen sich fünf interessierte Frauen - Karin Banse, Christine Böttcher, Ute Chlechowitz, Dorothee Ebeling und Renate Meyer-Wandtke - im Kreisarchiv Uelzen, um Geschichten von Frauen aus Stadt und Kreis Uelzen zusammenzutragen, die in besonderer Weise gewirkt, Pionierarbeit geleistet oder sich in außergewöhnlichen Situationen bewährt haben. In dieser Frauenrunde entstand der Plan, die Berichte über die gesammelten Frauenschicksale in einem Buch zu veröffentlichen. Für die Auswahl der in Frage kommenden Frauen wurde keine zeitliche Eingrenzung getroffen. Vorbedingung war zunächst einmal nur, dass die Frauen auf ihre Art und Weise versucht haben, etwas „in Bewegung“ zu setzen und da­mit aus dem „üblichen Rahmen“ fallen. Dass nicht nur „große Männer Geschichte machen“, ist in der heutigen Zeit in der Regel zwar akzeptiert; der Blick in die einschlägige Literatur lehrt dann aber häufig leider etwas anderes. Die Geschichtswerkstatt Uelzen übernahm für dieses Projekt gern die Aufgabe des Herausgebers, gehört es doch zum Selbstverständnis von Geschichtswerkstätten, den lokal handelnden Menschen sichtbar zu machen.


Es stellte sich bald heraus, dass es nicht immer leicht ist, Aussagen über das Leben und Wirken von Frauen zu finden. Je weiter man sich in die Vergangenheit zurück bewegt, desto schwieriger wird die Quellenlage. Aber natürlich gibt es diese „Power-Frauen“, und an einige von ihnen wird nun im Frauenbuch erinnert. Die Auswahl bedeutet aber keine Wertung etwa gegenüber nicht  porträtierten Frauen. „Unsere“ Frauen sollen beispielhaft für viele nicht genannte Frauen und deren Leistung ihrer Generation stehen, die nicht vergessen werden sollen und  ein Vorbild für die Zukunft sein können.


Letztlich entstanden 22 Aufsätze über Frauen, die in einem Zeitraum vom 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart in Uelzen und Umgebung lebten und leben. Ihre Herkunft und Lebensläufe sind ganz unterschiedlich, nicht alle sind hier geboren oder haben ihr ganzes Leben hier verbracht. Sie besitzen aber dennoch eine intensive Beziehung zu dieser Region, die sie auf ihre Art mitgeprägt haben. In diesen Frauenleben spiegeln sich auch die allgemeinen gesellschaftlichen Verhältnisse wider. Die Mehrzahl der weiblichen Biografien stammt aus dem 20. Jahrhundert, aus einer Zeit also, in der Frauen zwar zunehmend Zugang zu Bildung und Beruf erhielten, gleichzeitig alte Rollenvor­stellungen nach wie vor existierten.
Die Frauen beeindrucken durch ihren Einsatz, ihren Mut, ihre Persönlichkeit oder ihren Unternehmerinnengeist: Frauen, die sich selbstbewusst in immer mehr gesellschaftlichen Bereichen durchsetzten und damit Neuland betraten.


Die porträtierten Frauen zeigen uns auch, dass sich zwar für Frauen viel verändert hat, dass es dennoch in Politik, Beruf und Gesellschaft noch etlicher Verbesserungen bedarf, um die Gleichstellung von Mann und Frau als gelungen zu betrachten.


Das Buch wird am 7. März, am Vortag des Internationalen Frauentags, um 12.30 Uhr im Central-Theater vorgestellt.

 

 

 

Cover

 

 

 

Einladung der Geschichtswerkstatt zu einem Liederabend im Rathaussaal der Stadt Uelzen.  Anlässlich des Tages des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, dem 27. Januar 2015, präsentiert Uhr das Mandos- Kaatz Duo aus Hamburg  ab 19:00 Uhr „Lieder vom Dachboden“ :

 

Inge Mandos (Gesang), Klemens Kaatz (Klavier und Akkordeon) 

 

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Mandos-Kaatz-Duo

 

 

Mandos und Kaatz sind inspiriert von der Realität eines alten jüdischen Hauses und seinem Dachboden mit unerwarteten Fundsachen.
Zum Vorschein kommen traditionelle melancholische und humorvolle jiddische Lieder, die das Duo ausgegraben und neu arrangiert hat. Auch Lieder aus der goldenen Zeit des jiddischen Theaters bringen beide auf die Bühne und erzählen die skurrilen Geschichten, die dahinter stecken. Und wer weiß schon, dass es heute noch oder wieder jiddische Liedermacher gibt, die wunderbare neue Songs geschrieben haben? Auch diese präsentiert das Duo zusammen mit den übrigen Schätzen vom Dachboden.


Inge Mandos führt durch das Programm und übersetzt. Sie ist spezialisiert auf traditionelle Balladen und Lieder aschkenasischer und sefardischer Juden, die sie mit ihrer warmen und facettenreichen Stimme gestaltet. Dabei begleitet sie Klemens Kaatz, erfahrener Arrangeur und Interpret dieser Musik, auf dem Klavier und am Akkordeon.
Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.

 

 

"Schmerzpunkte der Gesellschaft"

 

Geschichtswerkstatt Uelzen beteiligt sich an Passionsandachten

 

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Unter dem Titel „Schmerzpunkte“ luden die Kirchengemeinden der Region Mitte in Uelzen und das Zentrum für biblische Spiritualität und gesellschaftliche Verantwortung an der Woltersburger Mühle in der Karwoche zu Andachten im öffentlichen Raum ein.
Bei diesen Veranstaltungen geht es darum, Schmerzpunkte der Gesellschaft offenzulegen und innezuhalten – in der Hoffnung, dass der Schmerz nicht das letzte Wort hat.
Einer der Treffpunkte für eine kurze Andacht war die Tafel am Rathaus Uelzen mit den Namen der vertriebenen jüdischen Bürgerinnen und Bürger Uelzens.


In einem kurzen Beitrag führte Renate Meyer-Wandtke von der Geschichtswerkstatt Uelzen dazu aus:
Im November 2006 fanden auf Initiative der Geschichtswerkstatt Uelzen, für die ich hier spreche, der Stadt Uelzen und in Zusammenarbeit mit anderen Institutionen „Tage der Erinnerung an ehemalige Uelzener Bürger jüdischen  Glaubens“ statt. Aus diesem Anlass wurde von Hanna Lewinson und Bürgermeister Lukat diese Gedenktafel hier am Rathaus enthüllt. Es ist der richtige Platz.


Die Gedenktafel enthält die Namen von 49 Menschen jüdischen Glaubens, die zwischen 1933 und 1942 in Uelzen lebten. Ich nenne drei Schicksale; sie mögen für alle die Menschen stehen, die in dieser Stadt verfolgt und gedemütigt wurden:


Flora Eichmann wohnte in der Ripdorfer Straße; sie wurde im KZ Treblinka ermordet


Karl Heinemann wohnte in der Hoeffststraße: er wurde im KZ Sachsenhausen inhaftiert


Albert Heumann wohnte in der Luisenstraße; er wurde im KZ Buchenwald
ermordet

 

Zur Einweihung dieser Gedenktafel kamen Verwandte, Angehörige und Überlebende der Shoa aus vielen Teilen der Welt; sie haben durch ihre Anwesenheit ihren Wunsch zur Versöhnung deutlich gemacht, nicht aber zum Vergessen.


„Für uns (so sagte es Pastor Klingbeil in seiner Ansprache am 9.11.2006) könnte das bedeuten, dass wir wach bleiben, hellwach und aufmerksam für Unrecht ......., für Ausgrenzung und Diskriminierung, da, wo sie sich auch bei uns im Kleinen, unspektakulär und ganz banal in unser Zusammenleben schleichen; und dass wir den Mut und das
offene Wort .....finden, dem Bösen entgegenzutreten, wo es bei uns Wurzeln schlägt und zu wachsen beginnt.“


 





 
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